Einführung

Selbsthass-Detox

Für manch einen mag das Wort „Selbsthass“ eine Spur zu hart klingen. Schauen wir doch mal, was unter dem Gefühl„Hass“ verstanden wird.

Auf www.wortbedeutung.info/Hass/ findet man als Erklärung:

„Sehr starke Abneigung gegen jemanden oder etwas, welche meist Aggression induziert“.

Laut Wikipedia schreibt Sabine Schraderin Psychologie: Allgemeine Psychologie, Entwicklungspsychologie, Sozialpsychologie. München 2008 auf S. 128:

“Hass ist ein „intensives Gefühl der Abneigung gegen eine Person oder eine Gruppe von Personen“ […] und kann zu aggressiven Handlungen gegenüber den Hassobjekten führen. Ursache ist meist die Bedrohung oder Kränkung des eigenen Selbstwertgefühls.“

Auf Wikipedia findet man außerdem:

„Hass entsteht, wenn tiefe und lang andauernde Verletzungen nicht abgewehrt und/oder bestraft werden können. Hass ist somit eine Kombination aus Vernunft und Gefühl. Die Vernunft ruft nach dem Ende der Verletzung und nach einer Bestrafung des Quälenden.“

Wie kommt es dazu, dass wir eine tiefe Abneigung gegen uns selber hegen? Und wie zeigt es sich in unserem Leben?

Die Antworten dazu können sehr unterschiedlich sein. Allen zugrunde liegt die Wahrnehmung des einzelnen Menschen.

Was nehmen wir aber wahr, und wann beginnen wir wahrzunehmen?

www.newmom.at zitiert Neurobiologen Gerald Hüther:

„Was ein Mensch in den Monaten bis zu seiner Geburt erfährt, ist Grundlage für das, was er danach lernen wird. […] Die Aktivität des Embryos und die Anregungen, die er erhält, vor allem seine Interaktion mit der Mutter, bestimmen die Verschaltungen, die die Nervenzellen im Gehirn bilden.“

Weiter ist dort zu lesen:

„Besonders interessant ist, was Babys da schon „fürs Leben“ lernen: Je nachdem, welchen körperlichen und schließlich auch „seelischen“ Erfahrungen sie im Bauch ihrer Mutter ausgesetzt waren, hat dies große Auswirkungen auf die spätere Einstellung zur Welt und zum eigenen Leben. […] Fühlt sich die Mutter glücklich, ist ihr Endorphinspiegel erhöht … und somit auch der ihres Kindes. Ist sie gestresst, erreichen die Stresshormone das Kind. Stress aber wirkt sich definitiv negativ auf die kindliche Entwicklung aus. Er […] erhöht das Risiko von Krankheiten wie Depressionen, Diabetes oder Bluthochdruck. […] Spätere Störungen im Sozialverhalten, Aufmerksamkeits- oder Schlafstörungen können die Folge sein.“

Und wir haben jetzt nur von der Zeit der Schwangerschaft gesprochen. Auch der Gemütszustand der Eltern, die Energie zum Zeitpunkt der Konzeption spielt in der Entwicklung eine wichtige Rolle.

Darüber, wie wichtig die ersten sieben Lebensjahre für die Entwicklung des Menschen sind, sind ganze Bücher geschrieben worden. Nicht nur aus eigener Erfahrung weiß ich es, auch die Arbeit mit meinen Klienten zeigt mir immer wieder, dass unaufgelöste Themen aus der Kindheit oft Auslöser für unser Verhalten und unsere Probleme im Hier und Jetzt sind.

Das sind knapp acht Jahre, in denen Babys, Kleinkinder und Kinder Gefühle und Worte aufnehmen, ohne sie einordnen zu können. Es ist die Zeit, in der 1+1 nicht 2 ergibt, sondern 45, einfach, weil sie 2 noch nicht kennen, 45 ihnen aber vertraut ist:

Ein mögliches Beispiel:

Ein Kind baut voller Freude und Hingabe einen Turm aus Bausteinen und rennt, als es fertig ist, ganz aufgeregt zu Papa, um ihm den Turm zu zeigen. In seiner Aufregung stößt er das Traubensaftglas um, als er ins Wohnzimmer gerannt kommt. Das Glas fällt lautstark um. Der rote Saft ergießt sich auf den hellen Teppich. Papa wird jäh aus seinem Gedankenkarussell gerissen, in dem er steckte, weil er im Geiste versuchte, eine Lösung für sein finanzielles Problem zu finden. Er fühlt sich schuldig, weil er nicht so für seine Familie sorgen kann, wie er es sich wünscht. Als das Glas umfällt, erschrickt er sich total. Sein erster Gedanke ist: „Und wie soll ich einen neuen Teppich kaufen können?“. Aus seinem eigenen „anerlebten“ Reflex heraus, meckert er sein Kind mit den Worten an: „Sei doch nicht so ungeschickt!“.

Das Kind nimmt folgendes wahr: Lärm durch das umgefallen Glas, den großen roten Fleck auf dem hellen Teppich, die offensichtliche Wut des Vaters. Dadurch entsteht eine neue Verbindung in seinem Hirn: „Wenn ich kreativ bin, ist mein Papa böse auf mich.“

Dieser Glaubenssatz frisst sich im Laufe des Lebens immer tiefer in das Bewusstsein des Kindes. Er kann anfangs dafür sorgen, dass es mit Bausteinen nicht mehr spielt, sondern sie gegen die Wand wirft. Später macht es sich unbewusst immer Vorwürfe, wenn sein Vater ungehalten war, weil er es mit dem Vorfall mit dem Glas in Verbindung bringt. Viele andere Ereignisse, die das Kind im Laufe seines Lebens erlebt und die kumulativ wirken, können dafür sorgen, dass sich im Laufe der Jahre ein tiefes Gefühl der Abneigung gegen sich selbst entwickelt.

Um dabei zu sein, melde Dich hier an. Anmeldung ist auch nach dem 6. März möglich.

Wenn Dir der Kurs gefällt, kannst Du Dich gerne erkenntlich zeigen. Nähere Info dazu findest Du hier.

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