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Worte zum Karfreitag

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Abschluss eines Kreislaufs

Vor 2.000 Jahren fing ein Mann damit an:

Er lebte sein Leben.
Er lebte das, was sich für ihn richtig anfühlte.
Kompromisslos.

Den einzigen Ratschlag, den er annahm, die einzige Stimme, der er folgte, war seine innere Stimme. Die Verfasser der Bibel nannten diese innere Stimme „Gott“.

Jesus vertraute dieser Stimme. Er mochte nicht immer das, was sie ihm zu verstehen gab. Auch er zweifelte. Auch er stellte sich seinen inneren Dämonen. Aber letzendlich vertraute er dieser inneren Stimme. Es waren nicht nur Worte, die er empfing. Er folgte auch seinen Gefühlen, die er dann als Kompass nahm: Ging sein Herz bei einem Gedanken auf, war dies die richtige Richtung, die richtige Aktion.

Zusammen mit dieser inneren Stimme schuf er ein völlig neues Leben:
  • Er übernahm nur die Dinge, die sich stimmig für ihn anfühlten.
  • Die anderen Dinge, die man „schon immer so tat“, die sich für ihn nicht stimmig anfühlten, ließ er sein.
  • Und er kreierte neue Dinge, ging neue Wege.
  • Er verband Alt mit Neu, um daraus die Mischung zu machen, die stimmig für ihn war.

Hatte er Angst? Mit Sicherheit.

Was ihm dabei half, waren größtenteils zwei Dinge:

Die Nähe und Intimität zu den Menschen um ihn herum, zu seiner Gemeinschaft, zu seiner Familie. Es herrschte eine Offenheit in der Gemeinschaft, in der man seine Seele und sein Herz bloßlegen konnte. Egal, was sich zeigte, man wurde genauso angenommen, wie man war. Wertfrei angenommen. Welch ein Geschenk! In einer solchen Gemeinschaft kann man sich mit allem zeigen und wird so geliebt, wie man ist.

Das andere war das tiefe Vertrauen in diese innere Stimme. Sie beschönigte nichts. Aber sie zeigte ihm Blickwinkel auf Situationen, die er als Mensch nicht einnehmen konnte. Diese Blickwinkel halfen ihm dabei, den Fokus zu halten. Auch, wenn die Angst drohte überhandzunehmen. Diese Stimme half ihm dabei, seinen ureigenen Weg zu gehen.

Ja, sein Weg führte ans Kreuz. Ja, sein Weg führte in körperlichen Schmerz. Das ist ein Blickwinkel.

Aber wäre er damals nicht so spektakulär gekreuzigt worden, wäre das, was er gepredigt hatte, mit ihm gestorben.

Das, was er predigte, ist aber genau das, was wir heute wieder brauchen.

Nach 2.000 Jahre Schmerz und Leid sind seine Worte und sein Leben das, was uns aus unserem persönlichen Leid und aus unserem persönlichen Schmerz erlöst:

Horche auf Deine innere Stimme und sei ganz Du selbst.

Sei Teil einer wertfreien Gemeinschaft.

Dieser Kreislauf wird gerade beendet.

Seine Schmerzen und sein Leid bildeten den Anfang. Es folgten Jahrtausende voller Schmerz und Leid für die Menschheit. Jetzt dienen seine Worte und sein gelebtes Beispiel dafür, aus unserem persönlichen Kreis auszubrechen.

Implementiere diese Lehren in Dein eigenes Leben:
  1. Lass all das Alte ohne Groll zurück, was für Dich nicht mehr stimmig ist.
  2. Lass Dich von Deiner inneren Stimme in die Richtung führen, die sich für Dich stimmig anfühlt, auch wenn es unbekannte Gefilde sind.
  3. Finde Halt in einer Gemeinschaft, die Dich so annimmt, wie Du bist, und die Dich liebevoll unterstützt.
  4. Sei ganz Du, gehe selbstbewusst Deinen ureigenen Weg und sei darin ein Vorbild für andere. Nicht, damit sie auch Deinen Weg gehen, sondern gib ihnen den Raum, ihren eigenen Weg zu gehen.

Möge Frieden in Dir sein, das wünsche ich Dir.

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